Phytotherapie

Die Phytotherapie (Pflanzenheilkunde) ist eine der ersten und somit ältesten Therapiemethoden der Menschheit. Als Bestandteil aller wichtigen medizinischen Traditionen (chinesische, tibetische, ayurvedische) ist sie im Umgang der Menschen mit Gesundheit-Krankheit fest verankert. Sie wird zur Heilung, Linderung und Vorbeugung von Krankheiten und leichteren Beschwerden angewandt. Zur Anwendung kommen frische Blüten, Wurzeln, Samen, Früchte, Blätter oder Pflanzenbestandteile wie ätherische Öle. Durch Weiterverarbeitung werden Tinkturen, Trockenextrakte oder Pressäfte zubereitet. 

Die Wirkungsweise der Arzneipflanzen (Phytopharmaka) ist unmittelbar gegeben durch die den Pflanzen charakteristischen Substanzen und Wirkstoffe (z.B. Gerbstoffe, Bitterstoffe). Die Namensgebung lässt in der Volksmedizin oft auf das Anwendungsgebiet schliessen: Augentrost, Beinwell, Lungenkraut (Bild). Pflanzenheilkunde ist untrennbar mit Klostermedizin verbunden. Hildegard von Bingen (1098 bis 1179) erlebt seit geraumer Zeit einen Aufschwung und wird vielgestaltig neu entdeckt.

Pflanzen-Hausmittel wurden in Haus und Scheune verwendet. So kommt der Phytotherapie in der ganzheitlichen Behandlung von Tieren ein grosser Stellenwert zu. Zumal Tiere intuitiv Pflanzen zu sich nehmen, die nicht auf dem täglichen Speiseplan stehen (Katzen als reine Fleischfresser zupfen Grashalme ab um Haarballen zu erbrechen), Vögel polstern ihre Nester mit aromatischen, das bakterielle Wachstum hemmende und parasitenabweisende Kräutern aus um die Jungen möglichst keimfrei aufzuziehen, Rotwild wälzt sich bei Verletzungen in Kräutern mit wundheilungsfördernden Eigenschaften.